Dienstag, 29. September 2009

Pros und Kontras des American Way of Life

Ich werde immer wieder von Amerikanern wie Deutschen gefragt, was mir hier in Amerika gefällt und was nicht. Da ich gerade am Wäschewaschen bin, und mich mal wieder über diese doofe Waschmaschine ärgere, dachte ich, es wäre an der Zeit, ein paar dieser Dinge aufzulisten.

Da wir schon bei Waschmaschinen sind, fange ich erstmal mit dem an, was nicht so gut gefällt:
- Waschmaschinen, die nicht selbst heizen: Die meisten amerikanischen Waschmaschinen sind Toplader mit einem Quirl in der Trommel, der die schmutzige Wäsche bei ca. 40 Grad Celsius oder weniger durchrührt. Maximale Wassertemperatur richtet sich nach dem was aus der Leitung kommt.
- Amerikanisches Waschmittel schafft es irgendwie, aus Sonnencremerückständen in der Kleidung orangerote Flecken zu machen. (Wie froh bin ich doch über das gute Persil, das immer mal wieder in den Carepaketen aus Deutschland drin ist.)
- Krankenhaus- und Arztbesuche sind sehr, sehr teuer. Die medizinische Versorgung in Amerika ist zwar die beste weltweit, aber man muss es sich leisten können.
- Amerikanisches Bier kann nur in ganz wenigen Fällen mit dem deutschen Standard mithalten.
- Pizza und Nudelsoßen schmecken fast immer nach einem Anis ähnlichen Gewürz und daher alle gleich.
- Kuchen und Nachspeisen sind viel zu süß.
- Zu viele Leute lesen beim Autofahren ein Buch, weil ihnen sonst zu langweilig wird (kein Witz, habe ich schon mehrfach gesehen). Ich rede hier übrigens NICHT von Hörbüchern!
- Zu viele, zu große, zu viel Benzin verbrauchende Autos
- Mangel an Brötchen und gutem Brot
- Zu wenig Auswahl an Käsesorten (Es gibt meistens nur milden Cheddar, scharfen Cheddar und Swiss Cheese, das war's.) Wer auch mal Camembert oder Bergkäse haben will, muss lange suchen und dann richtig viel Geld hinlegen.
- Gesunde Ernährung ist hier teuer.
- Fast keine Gehwege oder Fahrradwege, kaum öffentliche Verkehrsmittel: Hier dreht sich alles um's Auto, was in der Detroiter Umgebung aber auch nicht so verwunderlich ist.
- Einkaufswagen mitten auf dem Parkplatz stehen lassen. Irgendjemand wird's schon wegräumen.
- Tornados (müssen dann immer in den Keller)
- Die laaangen Winter hier in Michigan. So viel Schnee im April macht einfach keinen Spaß mehr, besonders wenn schon Mitte Oktober die ersten Schneestürme herein wehen.

Aber nun zu dem, was mir gut gefällt:
- Amerikanische Wohnungen oder Häuser haben Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspühler und in die Wand eingebaute Kleiderschränke schon mit drin.
- "free refill": man bekommt fast überall antialkoholische Getränke für umsonst nachgefüllt, soviel man will. Deshalb kann ich mich auch jeden Donnerstag beim Frühstück mit meinen Kollegen für $1.50 mit Kaffee zuschütten.
- Die offene Art und Hilfsbereitschaft der Amerikaner: Als mein Mann eine Krebsoperation über sich ergehen lassen musste, wurden wir von Freunden und Gemeindemitglieder bekocht. Hier wechselt nicht jeder gleich die Straßenseite, nur um nicht angesprochen zu werden. Man grüßt sich, auch wenn es wildfremde Leute sind, wechselt ein paar Worte, und geht dann wieder seiner Wege.
- Die Menschen sind hier viel offener, was ihren Glauben betrifft.


- Amerikanische Camping- und Picknickkultur: Es gibt viele schöne Campingplätze und Parks mit Picknicktischen, Feuerstellen und Grills.
- Toiletten: gibt es fast überall, wo man sie braucht, und die Benutzung kostet nichts. Meine Erfahrung ist, dass sie zudem auch sehr sauber sind.
- Der Amerikaner an sich ist sehr tierlieb.
- Viele preisgünstige mexikanische Restaurants
- Mexikanische Bier
- Ich mag die Bauweise der Scheunen hier im Mittleren Westen
- Bücherpreise sind hier sehr viel niedriger, selbst Neuerscheinungen bekommt man schon reduziert.
- Thanksgiving mit viel Truthahn und Football: einer der wenigen Feiertage, an denen ich mal frei habe.
- Kirche erlebe ich hier als viel lebendiger.
- amerikansiches Frühstück ist zwar nicht so wirklich gesund, dafür aber seeeeehr lecker und preisgünstig.
- gegrillte Rippen und richtig gute, selbstgemachte Hamburger (nicht das Fastfoodzeug)
- American Football: wenn man erstmal die Regeln verstanden hat, dann ist es richtig klasse. Die Stimmung im Stadion ist schon etwas Besonderes.
- Baseball und Baskeball mag ich auch.

So, ich stelle gerade fest, dass ich hier noch Stunden sitzen und weiter schreiben könnte. Aber ein Spieleabend mit meinem Mann lockt, also höre ich jetzt auf.

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