Montag, 11. Oktober 2010

Reisefertig

Hansen ist endlich hier und ich habe Urlaub!
Die letzten zwei Tage waren nochmal eine emotionale Achterbahnfahrt: Hansen hatte sich sein altes Visum nicht ungueltig stempeln lassen und ich hatte schon befuerchtet, dass sie ihn deshalb nicht in die USA lassen wuerden. Aber das ist ja nochmal gut gegangen.

So, meine Tasche ist gepackt, und morgen kann es losgehen in Richtung Kalifornien.

Im Moment erscheint mir alles noch so unwirklich, erstens weil ich schon so lange keinen Urlaub mehr hatte und zweitens weil ich seit ueber vier Monaten Strohwitwendasein meinen Mann wieder um mich habe.

Mittwoch, 29. September 2010

Auf den neuesten Stand

Da mein Hirn nach stundenlanger Gottesdienstvorbereitung für die nächsten drei Wochen nicht mehr vernünftig arbeitet, kann ich das Predigtschreiben für heute wohl vergessen.
Aber um meinen Blog wieder auf den neuesten Stand zu bringen, sollte meine Hirnkapazität noch ausreichen.

An meinem Geburtstag lief leider nicht alles wie geplant. Eigentlich wollte ich eine kleine Bootstour auf dem Detroit River unternehmen, mußte dann aber feststellen, daß die Boote ab dem 5. September nicht mehr fahren. Stattdessen habe ich dann Hundesitter gespielt und auf Jessies Freundin Carly aufgepasst. Immerhin hat es dann doch mit dem Ausflug zum Rennaissance Festival geklappt und ich konnte ein paar schöne Stunden mit Freunden bei Truthahnkeule, Bier und Dudelsack-Musik verbringen - im strömenden Regen.



Anschließend ging es dann kirchentechnisch in die Vollen: seit dem 12. September bietet Peace Lutheran Church wieder zwei Sonntagsgottesdienste an. Der Gottesdienst um 9 Uhr ist liturgisch - traditionell (alles nach dem guten alten Lutheran Book of Worship, das Abendmahl wird vor dem Altar knieend eingenommen und Frau Pastorin trägt sogar Albe, Stola und Kasel) und der um 10.30 Uhr ist modern - informell ( Powerpoint statt Gesangbuch, lockerer Gottesdienstablauf mit viel alter und neuer Musik, ab und zu auch mal ein Video zur Predigt. Ach ja: und Frau Pastorin trägt dazu Jeans und Cowboystiefel - wir sind ja hier schließlich in Amerika!). Leider sind zu diesem Thema noch keine Bilder vorhanden.
Ich hatte schon völlig vergessen, wie anstrengend zwei Gottesdienste am Sonntagmorgen sein können, besonders, wenn dazwischen nur eine halbe Stunde Pause ist. Kaum vorstellbar, daß ich vor drei Jahren in meiner alten Gemeinde drei Gottesdienste geschmissen habe und an meinem ersten Heiligabend hier in den Staaten sogar fünf!
Das "Aufrüsten" hat sich jedenfalls gelohnt: alle sind happy! Naja, fast alle. Meine Altar Gilde ist nicht so sehr begeistert. Die Altar Gilde übernimmt hier die Küsteraufgaben und ist unter anderem dafür verantwortlich sich um Abendmahlsgeschirr, Brot, Oblaten, Wein und Traubensaft zu kümmern. Jedenfalls gab es aus dieser Ecke Beschwerden, daß wir überhaupt zu zwei Sonntagsgottesdiensten übergegangen sind, daß in beiden Gottesdiensten Abendmahl gefeiert wird, und mit dem Traubensaft zusätzlich zum Wein können sie schon gar nicht. Und das, obwohl alles vom Kirchenvorstand abgesegnet war. Manche haben einfach ein Riesenproblem mit Veränderungen. Da fällt mir doch gerade wieder diese olle Kamelle von Witz ein, die nur im Englischen richtig gut kommt:
Frage - How many Lutherans does it take to change a light bulb?
Antwort - CHANGE???

Aber sosehr meine Schäfchen mir auch manchmal den letzten Nerv rauben, irgendwie sind sie doch alle liebenswert!

Die Woche drauf hätten wir dann fast unsere Orgel gekillt. Meine Organistin und ich waren allerdings gar nicht so betrübt darüber, daß die Orgel nicht mehr funktionierte, denn im Falle einer kostenträchtigen Reparatur oder Neuanschaffung hätten unsere notorischen Beschwerdeführer ein neues Thema gehabt, über das sie sich hätten echauffieren können - hihi.
Nachdem wir aber fachmännische Verstärkung in Gestalt unseres Kirchenvorstandsvorsitzenden und eines Kurators unserer Gemeinde angefordert hatten, stellte sich (nach exzessiver Untersuchung der Orgel und aller damit zusammenhängenden Aparaturen) heraus, daß nur eine Sicherung raus war. Zu dumm!



Letzen Sonntag war ich dann mal wieder zu einer Babydusche (baby shower) eingeladen. Hier in Amerika gibt es die erste Party für den Nachwuchs schon, wenn er oder sie noch nicht das Licht der Welt erblickt hat. Das hilft natürlich immens dabei, die junge Familie mit allem auszustatten, was so gebraucht wird: Kleidung, Kuscheltiere, Kinderbettchen, Sicherheitsgitter, Fläschchen und vieles mehr. Geladene Gäste bei so einer Babydusche sind normalerweise nur Angehörige des weiblichen Geschlechts. In diesem Fall war aber die Anweseheit des werdenden Großvaters erlaubt, der sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmerte. Der Rest der Versammlung futterte und spielte Spiele rund ums Thema Baby. So mußten wir denn zum Beispiel herausfinden, wie man den Nachwuchs verschiedener Tiergattungen bezeichnet - alles auf Englisch versteht sich! Der Wortsalat war da auch nicht leichter. Aber: Ich habe alles gegeben (naja und meine Tischnachbarinnen haben mich netterweise abschreiben lassen)!


die stolze Oma:



So, jetzt bin ich meinem Bericht fast wieder in der Gegenwart angelangt. Es bleibt nur noch zu erwähnen, daß Jessie und ich uns an meinem freien Tag zu einem Spaziergang am Eriesee aufgerafft haben. Das heißt, ich mußte mich aufraffen, Jessie nicht so wirklich.


das mit dem "in - die - Kamera - gucken" üben wir aber noch:


Tja, und im Moment versinke ich in Arbeit, weil noch so viel zu tun ist, bevor ich in Urlaub gehe. Ja, liebe Leute, ihr habt richtig gelesen: Urlaub! Nach über einem Jahr kann ich endlich wieder Urlaub nehmen. Ich hatte mir den Urlaub bis jetzt aufgespart, weil ich gehofft hatte, entweder schon im Sommer, oder aber im Herbst nach Deutschland fliegen zu können. Da mein Visum aber IMMER NOCH NICHT verlängert ist, kann ich IMMER NOCH NICHT das Land verlassen.
In eineinhalb Wochen kommt Hansen aber dafür von Deutschland rübergeflogen und dann werden wir uns gemeinsam in Kalifornien den Pacific Coast Highway von San Francisco nach Los Angeles vornehmen, wenn alles klappt sogar in einem Cabriolet!

So sieht's da aus!

Samstag, 28. August 2010

Ein wenig amerikanische Kultur


Ich bin heute zum ersten Mal auf einem indianischen Powwow gewesen. Es war ein kleineres Spektakel als erwartet (laut Presse sollten sich tausende von Native Americans in Lincoln Park einfinden, aber es waren wohl eher an die hundert). Trotzdem: war es superklasse!
Das Ganze fing gestern mit einer zeremoniellen Überquerung des Detroit River an, um an ein Abkommenn zu erinnern, dass es den Indianern erlaubt, die Grenze zwischen Kanada und den USA zu überschreiten. Das ist übrigens das einzige Abkommen mit den Indianern, das bis heute eingehalten wurde. Alle anderen wurden von den USA gebrochen.

Ich lernte dann heute auch gleich einen Herrn kennen, der gestern bei der Flussüberquerung in seinem Kanu mit dabei war. Ich muss schon sagen: er war ein komischer Kautz. Hat mir ganz ernsthaft von einer Unterhaltung berichtet, die er mit einem Eichhörnchen geführt hat. Keine Ahnung, ob er die unwissende "weisse Frau" nur verkaspern wollte, oder ob er das tatsächlich ernst meinte. Jedenfalls haben wir sehr angeregt über amerikanische Geschichte diskutiert und es war alles in allem eine sehr nette Begegnung, auch mit den anderen, die sich später zu uns gesellten.

Natürlich gab es auch was für's Auge. Hier sind eine kurze Videoaufnahme und ein paar Bilder:










Donnerstag, 19. August 2010

Gedichte, Gedichte, Gedichte

Bin gerade zurück von einer kleinen Besinnungspause auf meiner Terrasse. Ich habe mal wieder eine Ich -Muß - Jetzt - Unbedingt - Tagebuch - Schreiben - Phase, und es lief darauf hinaus, daß ich mir alte Einträge angesehen habe. Dabei habe ich herzlich gelacht, furchtbar geweint, gedacht wenn ich damals nur gewußt hätte ..., und bin über Gedichte gestolpert, die ich tasächlich selbst verfaßt habe. Ich finde, sie sind gut genug, um sie mit dem "World Wide Web" zu teilen:


ABENDGEBET

Laß Dank dir sagen
für des Tages Stunden,
die zur Erinnerung sich runden,
von Gedanken getragen
bis sie zur Ruhe gefunden.

Ein Engel sich senkt,
der hält die Wacht,
mich beschützt in der Nacht,
mich mit Flügeln umfängt,
ganz zärtlich und sacht.



ZERBROCHENE TRÄUME

Träume von Ewigkeit,
gefallen auf den harten Stein
der Vernunft;
Herz, das die Scherben umklammert,
gepeinigt und blutend,
in tiefer Sehnsucht nach Heilung.

Träume von Glück,
zerschmettert von der brutalen Faust
der Wirklichkeit;
Herz, das die Scherben umklammert,
verwundet und zerschnitten,
in tiefer Sehnsucht nach Liebe.

Träume von Zweisamkeit,
zertreten durch den mächtigen Fuß
der Distanz;
Herz, das die Scherben umklammert,
gedemütigt und getreten,
auf der Suche nach einem neuen Traum.

(Dieses Gedicht habe ich nach der Trennung von meinem damaligen Freund geschrieben - laaaaange her!)


JESSIE

Kleine Freundin an meiner Seite
begleitet mich
wohin ich auch geh'
tröstet mich
in "Ach" und "Weh"
folgt mir in die endlose Weite
begleitet mich durch Raum und Zeit
tröstet mich
durch die Einsamkeit.

(Das ist von heute.)

Sonntag, 15. August 2010

Sommerfun mit unseren Kindern und Jugendlichen

Ich weiss gar nicht, warum manche Leute behaupten, dass im Sommer bei Kirchens alles ruhiger wird. Bei uns ging die Post ab, mit Kinderbibelwoche für die Kleinen und Bass Lake Festival für die Großen.

Ich habe während der Kinderbibelwoche Gebete von unseren Kindern gehört, die mich glatt umgehaun haben. Genauso haben mich die Älteren beeindruckt, weil sie so schnell Vertauen zu ihrer neuen Pastorin gefasst und eine Menge aus ihrem manchmal ziemlich schweren Leben erzählt haben. Ich wünschte nur, du hättest dabei sein können, lieber Leser, als sie mit einer Ernsthaftigkeit über Lebens- und Glaubensfragen diskutierten, die ich bei vielen Erwachsenen nicht finde. Unsere Kids sind nicht nur die Zukunft der Kirche, sie SIND die Kirche, jetzt schon (genauso wie der Rest von uns)!

Neben der Ernsthaftigkeit hatten wir natürlich auch viel Musik, Spiele, und eine gaaaaaaanze Menge Spaß!

Und wenn du Bilder sehen möchtest, lieber Leser, dann mußt du dich auf die Facebook-Seite meiner Kirche bemühen, denn das Hochladen der vielen Bilder in meinen Blog dauert mir einfach zu lange. Klicke auf diesen Link hier: Peace Lutheran Church - Southgate, Michigan und du wirst ein paar Eindrücke von unserem Sommer bekommen. Viel Spaß beim Bildergucken!
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Nachtrag: Na gut, hier sind doch schon zwei Bilder vorab in meinem Blog, zum Leckermachen :-)


Montag, 2. August 2010

Steeldrum Band im Gottesdienst

Unser letzter Outdoor-Gottesdienst war noch besser als die vorherigen. Wir hatten eine Steeldrum Band angeheuert und die waren ja sooooo klasse!!! Ich durfte sogar mit der Band singen, wie cool!
Hier ein paar Bilder:



Und hier ist die Gratitude Steel Band im Internet zu finden.

Facebook-Seelsorge?!

Sehr interessant, dieser Artikel!