Samstag, 31. Oktober 2009

Happy Halloween!


Ob da heute wohl jemand vorbei kommt und nach Süßigkeiten fragt? Vorbereitet sind wir jedenfalls.

Ansonsten werden wir einen ruhigen Abend verbringen und und uns den Peanuts - Halloweenfilm ansehen.

Euch allen ein fröhliches Halloween!

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Positive Erfahrung auf dem Fianzamt

Hansen und ich haben heute die überraschende Erfahrung gemacht, dass ein Behördengang auch schnell, einfach und unbürokratisch ablaufen kann. Und das auch noch beim Finanzamt (hier: Internal Revenue Service, oder kurz IRS).

Ich brauche ja noch diverse Unterlagen für die Visumsverlängerung, unter anderem Einkommensnachweise und Belege, dass ich meine Steuererklärung gemacht und Steuern gezahlt habe. Und das alles für die letzten drei Jahre. Ich hatte natürlich schon Kopien dieser Belege an den Immigration Service geschickt, aber es müssen die Originale vom Finanzamt sein, die in einem versiegelten Umschlag zu stecken haben.
Ich hatte dann also vor ein paar Tagen das nächstgelegene Finanzamt per Internet ausfindig gemacht und angerufen, um zu erfragen, wie ich an die Belege komme. Leider gab es nur eine Tonbandaufzeichnung, die mir mitteilte, dass keine telefonische Beratung angeboten würde, und dass ich persönlich beim Finanzamt vorbeikommen müsste. Termine würden sie auch nicht vereinbaren. Ich hätte doch zumindest gerne gewusst, welche Unterlagen ich mitbringen muss: Sozialversicherungsnummer war klar, aber es könnte ja sein, dass sie noch mehr brauchen.
So ganz terminlos auf einer Behörde auftauchen mag ich auch nicht. Das heisst normalerweise: Nummer ziehen und warten, warten, warten, warten, ...

Heute morgen habe ich dann alles zusammengekramt, was mit Steuer zu tun hat inklusive Reisepass und Führerschein (man weiß ja nie) und dann ging es los. Leider waren Hansen und ich etwas spät dran, und ich hatte schon die Befürchtung, dass ich mein Seelsorgegespräch am Nachmittag verschieben muss.
Das Finanzamt in Flint ist das, was am nächsten an unserem Wohnort dran ist. Eigentlich fahre ich nicht so gerne nach Flint, schon gar nicht in die Innenstadt, weil das die Stadt mit der weltweit höchsten Kriminalitätsrate ist (oder auch mal der zweithöchsten, Flint wechselt sich immer mit Detroit ab). Wenn ich in diese Gegend muss, dann hoffe ich immer, dass niemand auf die Idee kommt, auf eine Pastorin im Kollarhemd zu schießen.
Das Finanzamt haben wir dann auch gleich gefunden. (Verfahren will man sich in Flint wirklich nicht! Wie gesagt: es gibt dort üble Gegenden.)
Ja, eine Nummer musste ich ziehen, aber wir haben nur eine knappe Minute warten müssen, bis wir dran waren. Die Dame am Schalter war auch ganz nett und hilfsbereit. Sie hat uns nur einen kleinen Schrecken eingejagt, als sie keine Einträge über mich finden konnte. Sie fragte: Sind Sie sicher, dass Sie Ihre Steuererklärung eingereicht haben? Kann es sein, dass Ihr Arbeitgeber Ihr Einkommen nicht ans uns übermittelt hat? Da bekam ich doch ganz kurz mal ein furchtbar flaues Gefühl im Magen. Es stellte sich dann aber heraus, dass das Computerprogramm nicht richtig funktionierte. Es fanden sich schließlich alle Daten an, wurden ausgedruckt, in einem Umschlag gesteckt, der dann versiegelt (mit Klebeband) und mir in die Hand gedrückt wurde. Das wars. Ich musste noch nichtmal Bearbeitungsgebühren bezahlen. Das war tatsächlich alles umsonst. Draußen vor dem Finanzamt sprach mich ein Herr an, der wissen wollte, ob ich denn da drinnen einigermassen höflich behandelt worden war. Als ich begeistert erzählte, wie hilfsbereit und nett die Dame am Schalter gewesen war, sah er mich nur völlig irritiert an. So etwas kennt man hier offensichtlich vom Finanzamt nicht. Für uns war es ja auch eine positive Überraschung.

Da alles so schnell ging, konnte ich tatsächlich auch noch meinen Seelsorgetermin einhalten.

So, und jetzt muss ich nur noch einen Umschlag finden, in den der Umschlag rein passt, und dann kann der Papierkram auf die Reise gehen.

Freitag, 23. Oktober 2009

for my english speaking friends: thoughts about fall

Colorful leaves
tumble in the wind.
Heavy
with raindrops
they sink
to the ground.

Creation,
circle of life,
becoming
and passing away,
and becoming again.

A time of darkness,
a time of silence,
a time of remembrance.

The time of expectation
is not far.

Expectation of the light
that again and again
irrupts into the world,
and makes our life colorful
as the leaves
that sink to the ground.

Herbstgedanken


Bunte Blätter
taumeln im Wind,
beschwert
von Regentropfen
sinken sie
zu Boden.

Schöpfung,
Kreislauf des Lebens,
werden und vergehen,
und wieder neu
werden.

Eine Zeit der Dunkelheit,
eine Zeit der Stille,
eine Zeit der Erinnerung.

Die Zeit
der Erwartung
ist nicht mehr fern.

Erwartung des Lichts,
das immer wieder neu
in die Welt bricht,
unser Leben bunt macht,
wie die Blätter,
die zu Boden sinken.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Reformationstag hin - Halloween her


Ich bewege mich gerade irgendwo zwischen Luthers 95 Thesen und Kürbis-Lichterketten.
Der 31. Oktober ist zwar noch über eine Woche hin, aber wir feiern hier am 25. Oktober schon den Reformationssonntag, weil eine Woche drauf Allerheiligen ist. Das heißt, ich muss diese Woche mit einer Reformationspredigt ran. Das stand bisher bei mir auch im Vordergrund, aber da die Predigt inzwischen fertig ist, habe ich Zeit, mir Gedanken über Halloween zu machen. Hier in Amerika ist das ja ein ganz großes Ereignis. Die letzten Jahre habe ich mich auch immer davon anstecken lassen, aber dieses Jahr hatte ich einfach keine Lust, meine Halloweendekoration rauszukramen. Mir musste erst mein kleiner Plüschgeist aus dem Schrank entgegen fallen, damit mir endlich etwas "halloweenig" zumute wurde.

Seitdem ich weiß, was dahinter steckt, kann ich auch besser mit den Skeletten und Grabsteinen um, die jetzt überall die Vorgärten schmücken. Nach alter (irischer) Tradition wurden früher Lehmtotenköpfe und die Knochen von geschlachteten Tieren zur Schau gestellt zur Erinnerung an die Verstorbenen. Heute und hier müssen es Plastikskelette und Styroporgrabsteine von Walmart tun. Was mich daran denken lässt, dass im letzten Jahr wieder ein paar geliebte Menschen aus diesem Leben in ein anderes getreten sind - in Deutschland wie auch in Amerika. Ich wünschte, ich hätte an der einen oder anderen Beerdigung in Deutschland teilnehmen können. Aus der Ferne Abschied nehmen zu müssen ist manchmal nicht leicht.
Auch wenn Hansen die kleinen Totenköpfe gruselig und morbide findet, die da jetzt so fröhlich vor unserem Fenster schaukeln, mich erinnern sie an Menschen, die mich ein Stück auf meinem Lebensweg begleitet haben.

Die letzte Stunde habe ich also damit verbracht, das Haus zu dekorieren und drinnen und draußen Geister, Hexen, Totenköpfe, Kürbisse, Vogelscheuchen und Grabsteine zu platzieren. Keine Bange lieber Leser, es ist alles noch moderat. Obwohl es hier in der Gegend schon richtig aufgemotzte Häuser gibt. Manche Leute geben sich viel Mühe, ihr sonst so biederes Vorstadthäuschen in ein wahres Gruselkabinett zu verwandeln. Und ich muss zugeben, dass das richtig nett anzusehen ist, wenn es gut gemacht ist.


Mal sehen, vielleicht gehe ich doch noch in den nächsten Tagen los und besorge einen Kürbis (nicht so ein Plastikding mit Lampe drin, sondern einen echten zum Aushöhlen).

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ich habe Feuer gemacht!


Anfeuern: Nun haben wir auch wieder die nächste Kaminsaison eingeläutet. Alle Arbeit ist für heute erledigt, im Kamin prasselt das Feuer, und Hansen, Jessie und ich werden einen ruhigen Abend mit einem Glas Rotwein in gemütlicher Wärme verbringen. Das haben wir uns auch verdient.

Sonntag war ein ziemlich langer Tag; Über eine Stunde Fahrzeit zu der Gemeinde, in der ich als Gast predigen sollte, Gottesdienst, ein bisschen gemütliches Beisammensein nach dem Gottesdienst (es gab Zimtdonuts und Apfelsaft - jaja, der Herbst ist da), dann Mittagessen mit dem dortigen Kirchenvorstandsvorsitzenden, und wieder zurück nach Hause. Aber bis wir dort gegen 17:00 Uhr ankamen, stecken wir noch über eineinhalb Stunden im Stau fest.

Morgens um 8:00 Uhr hatte auch noch meine "Seelsorgefall" angerufen, weil er/ sie Rat brauchte. Ich hatte dummerweise, nicht gehört, dass mein Handy geklingelt hatte, und konnte erst zurückrufen als ich wieder zu Hause war. Aber es war alles nicht so schlimm, und hatte sich , auch ohne meine Zutun, in Wohlgefallen aufgelöst. Zumindest dieser Teil, nicht die ganze Angelegenheit.
Danach blieb dann auch nicht mehr viel Zeit, um noch ein paar Getränke für unseren Spieleabend zu besorgen. Eine Freundin kam vorbei und wir hatten viel Spass mit einer neuen Version der "Siedler von Catan".

Der Gottesdienst in South Lyon am Sonntag morgen fand mit ein paar Schwierigkeiten statt. Ich hatte ja eine Vertretung organisiert, aber besagte Vertretung steckte im Stau fest und kam erst an, als der Gottesdienst schon zur Hälfte rum war. Aber meine kleine Gemeinde ist ja nicht so schnell unterzukriegen. Die Band kam auch so zurecht ohne den eingeplanten Sänger, und die einzelnen Elemente des Gottesdienstes wurden unter allen, die da waren, aufgeteilt. Einer hat das Sündenbekenntnis übernommen, jemand anderes die Fürbitten, einer hat sich spontan dazu bereit erklärt, sich eine Predigt aus dem Ärmel zu schütteln, usw.. Ich bin richtig stolz auf meine Leute! Es ist gut zu wissen, dass sie im Notfall auch ohne Pastor klarkommen.

Gestern war für mich nur Faulenzen angesagt. Hansen war wenigstens noch mit unserem Vierbeiner draußen, aber ich hatte so gar keine Lust.

Heute war dann der Tag des Papierkrams. Nach der Dienstbesprechung war ich damit beschäftigt, meinen Jahresbericht für die Kirchengemeinde zu schreiben, den Monatsbericht für die USAweite Kirche über unsere Mission in South Lyon anzufertigen, und noch benötigte Unterlagen für die Visumsverlängerung zu aufzutreiben. Die wollen tatsächlich eine Liste ALLER Mitarbeiter der ELCA haben mit Namen, Berufsbezeichnungen und Jahreseinkommen. Das ist eine laaaaange Liste, aber darum kann sich das Kirchenamt kümmern. Ich habe noch nicht alles zusammen, aber es ist am Werden.

Wie gesagt: den ruhigen Abend am Kaminfeuer haben wir uns verdient.

Samstag, 17. Oktober 2009

GO BLUE!

Ich sitze etwas geschafft aber bester Laune mit einem deutschen Bier von Aldi vor meinem Laptop und lasse nochmal den Nachmittag Revue passieren. Der stand nämlich ganz im Zeichen der Wolverines.


Heute morgen haben Hansen und ich etwas länger schlafen können, da ich gestern ja schon alles Kirchentechnische erledigt hatte. Wir haben dann gefrühstückt, den Hund versorgt, und sind um 10 Uhr nach Ann Arbor zum Footballspiel aufgebrochen. Das Spiel sollte um 12 Uhr mittags anfangen, und da es in und um Ann Arbor immer tierisch voll wird, wenn die Wolverines spielen, ist ein zeitiger Aufbruch ratsam. Wir steckten dann auch ziemlich bald im Stau, was uns aber nicht weiter nervte, da wir ja genügend Zeit und uns sowieso auf Stau eingestellt hatten. Das ist leider nicht zu vermeiden, da ins Stadion 120.000 Menschen passen (106.000 waren heute da, also nicht ganz ausverkauft). Einen Parkplatz haben wir gar nicht so weit weg vom Stadion gefunden, allerdings mussten wir $20 dafür hinlegen. Der Parkplatz wurde von privater Hand zur Verfügung gestellt. Die Stadionparkplätze sind noch teurer: $30 für einen PKW. Aber das ist hier normal bei Footballspielen.

Hansen und ich haben uns im Stadion dann noch Hotdogs und Cola besorgt und haben es uns auf den harten (und kalten) Bänken gemütlich gemacht. Wir waren beide froh, unsere dicken Winterjacken, Schals, Mützen und Handschuhe mitgenommen zu haben: 48 Grad Fahrenheit (so ungefähr 8 Grad Celsius). Brrrrr.
Die Stimmung im Stadion war klasse. Die "Marching Band" und die Cheerleader haben uns vor dem Spiel und während der Auszeiten bei Laune gehalten. Die Wolverines haben uns dann auch gleich im ersten Viertel vier Touchdowns beschert, am Ende haben sie dann gegen die Hornets von der Delaware State University mit 63 zu 6 Punkten gewonnen. Das war ein Rekordergebnis. Die Hornets haben keinen einzigen Touchdown geschafft. 6 Punkte gibt es fuer den Touchdown, man hat dann dazu noch die Chance aufs Tor zu schiessen, was nochmal einen Punkt gibt, wenn man trifft. Die Hornets haben nur zwei Feldtore schiessen koennen (jeweils 3 Punkte).

Nach dem Spiel hat es dann doch ziemlich lange gedauert, bis wir wieder aus der Stadt heraus waren: Stau, Stau, Stau. Wir haben uns dann auch noch unnötigerweise verfahren, aber jetzt sind wir wieder zu Hause, und werden uns einen gemütlichen Abend machen.

So, und hier kommen noch ein paar Footballimpressionen:

Frau Pastorin als Footballfan:


Die Band der Hornets:

Und hier kommt die Marching Band der Wolverines:




Der Gegner:


Und hier sind "unsere Jungs:



Voller Einsatz:


Der Punktestand zum Ende des dritten Viertels:

Da muss doch nochmal nachgemessen werden:

Viel Unterhaltung zwischendurch:



Für mich gab es eine neue Mütze in der Halbzeitpause
(einen Schal auch, zum Draufzetzen, weil die Bänke so kalt waren):