Nein, nein, das wird jetzt kein ausgiebiges Rumlamentieren auf meinem Blog. Einfach nur zugeben, dass der Weg auch manchmal steinig ist.
Das Gerangel um den Haushaltsplan für 2010 geht in die nächste Runde, und es ist schwer, den Leuten begreiflich zu machen, dass wir kein profitorientiertes Unternehmen sind, sondern dazu da, zu helfen, und die Ressourcen, die wir haben, mit denen zu teilen, dies es nötig haben. Allerdings habe ich selbst auch etwas länger gebraucht, um zu verstehen, dass das, was ich habe, nicht mein Besitz ist. Was ich habe, ist mir von Gott zur Verfügung gestellt worden, um es dort einzusetzen, wo es gebraucht wird. Das betrifft materielle Dinge wie auch meine Stärken und Begabungen.
Die letzten Tage war ich dann damit beschäftigt, meine vermittelnden Fähigkeiten zum Einsatz zu bringen. Der Spagat, einerseits Hilfsangebote zu würdigen und gleichzeitig für Qualität zu sorgen, kann manchmal sehr anstrengend sein.
Tja, und dann mache ich mir gerade große Sorgen um jemanden, den ich seelsorgerisch betreue. Die ganze Angelegenheit ist ziemlich belastend, da ich auf meine Schweigepflicht festgenagelt bin, und selbst keinen Seelsorger in Anspruch nehmen kann. Ich stecke in dem Dilemma, dass mir mein Gewissen etwas vorschreibt, was mir die Schweigepflicht verbietet.
Und oben drauf kommt dann noch das, was in der Zukunft ansteht, und über das ich mich ebenfalls noch in Schweigen hüllen muss. Es gibt eben viel, über dass Pastorin nicht reden kann / darf. Und das, wo ich doch so mitteilungsbedürftig bin ;-)
Außerdem: Immer noch keine Visumsbestätigung vom Immigration Service. Da ist noch einiges, was das Kirchenamt einschicken muss, und die lassen sich leider zu viel Zeit.
Aber ich werde mich schon durch alles durchwühlen - wie immer.
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Montag, 12. Oktober 2009
Ordination und Hund mit nervösem Magen
Da wollte ich mich gerade hinsetzen, um meinen Blog auf den neuesten Stand zu bringen, als unser Familienmitglied mit den vier Pfoten ihren gesamten Mageninhalt vor meinen Füßen entleerte. Aber jetzt ist alles weggeputzt, und ich kann loslegen. Vermutlich ist der guten Jessie die lange Autofahrt von Indiana nicht so gut bekommen.
Wir haben nämlich einen deutschen Freund und Kollegen zu seiner Ordination besucht. Auf diese Weise bekam ich auch mein Patenkind mal wieder zu sehen.
Mit besagtem Freund habe ich damals zusammen in Deutschland Vikariat gemacht. Auch ihn hatte die Finanzkrise der Nordelbischen Landeskirche getroffen, und er war, genauso wie ich, nicht ins Pfarramt übernommen worden. Er kam mit seiner Familie vor zwei Jahren in die USA, um hier als Pastor arbeiten zu können. Wie ich musste er erst eine Orientierungszeit hinter sich bringen, bis er endlich ordiniert werden konnte.
Hansen, Jessie und ich (unser Pelle war natürlich auch dabei), haben uns gestern gleich nach dem Gottesdienst auf den Weg nach Indiana gemacht. Eigentlich wäre ich gerne noch nach dem Gottesdienst ein wenig in der Kirche geblieben. Es war ein toller Gottesdienst und alle waren sehr guter Stimmung. Ich genieße es immer, mit den Leuten noch Kaffee zu trinken, und mich ueber Gott und die Welt mit ihnen auszutauschen. Wir mussten aber, wie gesagt, gleich los, da wir dreieinhalb Stunden Fahrzeit vor uns hatten, und ja auch noch irgendwo auf dem Weg Nahrungsaufnahme betreiben mussten.
Der Hinweg gestern war richtig klasse: Sonnenschein und bunte Bäume! Ansonsten haben Ohio und Indiana landschaftlich nicht so viel zu bieten. Es ist alles flach, und überall sieht man braune Maisfelder, soweit das Auge reicht. Die Bäume zeigen sich jetzt während des Indian Summers allerdings in ihrer ganzen Pracht.
Der Ordinationsgottesdienst fand in einer schnuckelig kleinen Kirche im ländlichen Bryant statt, das zu großen Teilen von den Amish bewohnt wird. Ordinationen hier in der ELCA finde ich sowieso klasse, weil die Pastoren in ihrer eignenen Gemeinde ordiniert werden, und es nicht eine Massenordination wie in Deutschland ist. Wenn die eigene Gemeinde dabei ist, macht es das Ganze viel persönlicher. So auch gestern bei unserem Freund. Es waren Familie, Freunde, Kollegen, Gemeindeglieder und natürlich der Bischof da, um das Ereignis gebührend zu feiern.
Ich habe natürlich viel an meine eigene Ordination denken muessen, die ganz ähnlich ablief. Der Gottesdienstablauf war etwas anders, da sich die zu ordinierenden Pastoren ihren Gottesdienst selbst zusammenstellen. Bei mir war es dann etwas moderner mit Band und peppigen Liedern, aber ansonsten war der Unterschied nicht so groß. Gestern war es eben etwas traditioneller.
Ich erinnere mich, wie aufgeregt ich vor dem Gottesdienst war, und dass mein Bischof meinte, ich solle mir keine Gedanken machen. Wenn ich vor Nervosität ohnmächtig werden würde, dann würde er mich auf eine Kirchenbank setzen, mir Wasser über den Kopf gießen, und einfach weitermachen. Er sagte: "Wir kriegen dich schon ordiniert - solange du nur alle Fragen, die ich dir stelle, mit "Ja" beantwortest. Sonst haben wir ein Problem."
Ich weiß noch, dass ich das damals gar nicht komisch fand. Heute kann ich natürlich auch darüber lachen.
Es war schön, dass meine Eltern zu diesem Ereignis extra aus Deutschland kommen konnten, und dass ich so viele Menschen dabei hatte, die mir in meinem ersten Jahr hier in Amerika sehr ans Herz gewachsen sind.
Das war der Ausgleich für sehr schmerzhafte Erfahrungen in Deutschland, wo ich nur schwer die Ordnination meiner ehemaligen Mitvikare und Mitvikarinnen überstanden habe. Ich habe während des Gottesdienstes immer wieder gedacht: Eigentlich hätte ich jetzt auch da vorne stehen sollen. Im Gegensatz zu den meisten anderen gab es für mich, trotz Eignung fürs Pfarramt, keine Pfarrstelle - also auch keine Ordination. Den Rest hat mir eine Mitvikarin mit einer ziemlich unsensiblen Bemerkung gegeben. Ich war als Ordinatonszeugin für eine Freundin mit dabei, und durfte wenigstens meinen Talar tragen. Auf meine Feststellung hin, dass mein Beffchen verknittert sei, sagte sie: "Du wirst ja heute auch nicht ordiniert!" Ich hatte Mühe, die Tränen zurückzuhalten.
Aber genug von den alten Geschichten. Das alles liegt schließlich lange zurück, und viele Wunden sind verheilt. Die Narben zwicken zwar manchmal noch, aber mehr auch nicht.
Wir hatten gestern einen gemütlichen Abend mit unseren Freunden, haben heute morgen noch amishen Käse eingekauft, und uns dann wieder auf den Nachhauseweg gemacht.
Da das Wetter mal wieder kalt und trübe ist, werden wir den Rest des Tages faul auf dem Sofa bei einer Kanne Tee zubringen und hoffen, dass sich der nervöse Magen unserer kleinen bepelzten Freundin wieder beruhigt .
So, und hier noch Ordinationsbilder. (Da ich von gestern noch keine zugeschickt bekommen habe, müssen es fürs erste die von meiner eigenen Ordination tun.)

Wir haben nämlich einen deutschen Freund und Kollegen zu seiner Ordination besucht. Auf diese Weise bekam ich auch mein Patenkind mal wieder zu sehen.
Mit besagtem Freund habe ich damals zusammen in Deutschland Vikariat gemacht. Auch ihn hatte die Finanzkrise der Nordelbischen Landeskirche getroffen, und er war, genauso wie ich, nicht ins Pfarramt übernommen worden. Er kam mit seiner Familie vor zwei Jahren in die USA, um hier als Pastor arbeiten zu können. Wie ich musste er erst eine Orientierungszeit hinter sich bringen, bis er endlich ordiniert werden konnte.
Hansen, Jessie und ich (unser Pelle war natürlich auch dabei), haben uns gestern gleich nach dem Gottesdienst auf den Weg nach Indiana gemacht. Eigentlich wäre ich gerne noch nach dem Gottesdienst ein wenig in der Kirche geblieben. Es war ein toller Gottesdienst und alle waren sehr guter Stimmung. Ich genieße es immer, mit den Leuten noch Kaffee zu trinken, und mich ueber Gott und die Welt mit ihnen auszutauschen. Wir mussten aber, wie gesagt, gleich los, da wir dreieinhalb Stunden Fahrzeit vor uns hatten, und ja auch noch irgendwo auf dem Weg Nahrungsaufnahme betreiben mussten.
Der Hinweg gestern war richtig klasse: Sonnenschein und bunte Bäume! Ansonsten haben Ohio und Indiana landschaftlich nicht so viel zu bieten. Es ist alles flach, und überall sieht man braune Maisfelder, soweit das Auge reicht. Die Bäume zeigen sich jetzt während des Indian Summers allerdings in ihrer ganzen Pracht.
Der Ordinationsgottesdienst fand in einer schnuckelig kleinen Kirche im ländlichen Bryant statt, das zu großen Teilen von den Amish bewohnt wird. Ordinationen hier in der ELCA finde ich sowieso klasse, weil die Pastoren in ihrer eignenen Gemeinde ordiniert werden, und es nicht eine Massenordination wie in Deutschland ist. Wenn die eigene Gemeinde dabei ist, macht es das Ganze viel persönlicher. So auch gestern bei unserem Freund. Es waren Familie, Freunde, Kollegen, Gemeindeglieder und natürlich der Bischof da, um das Ereignis gebührend zu feiern.
Ich habe natürlich viel an meine eigene Ordination denken muessen, die ganz ähnlich ablief. Der Gottesdienstablauf war etwas anders, da sich die zu ordinierenden Pastoren ihren Gottesdienst selbst zusammenstellen. Bei mir war es dann etwas moderner mit Band und peppigen Liedern, aber ansonsten war der Unterschied nicht so groß. Gestern war es eben etwas traditioneller.
Ich erinnere mich, wie aufgeregt ich vor dem Gottesdienst war, und dass mein Bischof meinte, ich solle mir keine Gedanken machen. Wenn ich vor Nervosität ohnmächtig werden würde, dann würde er mich auf eine Kirchenbank setzen, mir Wasser über den Kopf gießen, und einfach weitermachen. Er sagte: "Wir kriegen dich schon ordiniert - solange du nur alle Fragen, die ich dir stelle, mit "Ja" beantwortest. Sonst haben wir ein Problem."
Ich weiß noch, dass ich das damals gar nicht komisch fand. Heute kann ich natürlich auch darüber lachen.
Es war schön, dass meine Eltern zu diesem Ereignis extra aus Deutschland kommen konnten, und dass ich so viele Menschen dabei hatte, die mir in meinem ersten Jahr hier in Amerika sehr ans Herz gewachsen sind.
Das war der Ausgleich für sehr schmerzhafte Erfahrungen in Deutschland, wo ich nur schwer die Ordnination meiner ehemaligen Mitvikare und Mitvikarinnen überstanden habe. Ich habe während des Gottesdienstes immer wieder gedacht: Eigentlich hätte ich jetzt auch da vorne stehen sollen. Im Gegensatz zu den meisten anderen gab es für mich, trotz Eignung fürs Pfarramt, keine Pfarrstelle - also auch keine Ordination. Den Rest hat mir eine Mitvikarin mit einer ziemlich unsensiblen Bemerkung gegeben. Ich war als Ordinatonszeugin für eine Freundin mit dabei, und durfte wenigstens meinen Talar tragen. Auf meine Feststellung hin, dass mein Beffchen verknittert sei, sagte sie: "Du wirst ja heute auch nicht ordiniert!" Ich hatte Mühe, die Tränen zurückzuhalten.
Aber genug von den alten Geschichten. Das alles liegt schließlich lange zurück, und viele Wunden sind verheilt. Die Narben zwicken zwar manchmal noch, aber mehr auch nicht.
Wir hatten gestern einen gemütlichen Abend mit unseren Freunden, haben heute morgen noch amishen Käse eingekauft, und uns dann wieder auf den Nachhauseweg gemacht.
Da das Wetter mal wieder kalt und trübe ist, werden wir den Rest des Tages faul auf dem Sofa bei einer Kanne Tee zubringen und hoffen, dass sich der nervöse Magen unserer kleinen bepelzten Freundin wieder beruhigt .
So, und hier noch Ordinationsbilder. (Da ich von gestern noch keine zugeschickt bekommen habe, müssen es fürs erste die von meiner eigenen Ordination tun.)

Freitag, 9. Oktober 2009
Regen, Regen, Regen

Ich habe heute eigentlich nicht viel zu berichten, außer dass mich die Kirchenvorstandssitzung gestern ziemlich frustriert hat. Ich weiß ja, dass die Finanzen wichtig sind, aber wenn sie mehr Gewicht haben als das Evangelium und die Menschen, dann läuft bei Kirchens irgendwas schief. Der Haushaltsplan darf uns nicht vergessen lassen, Gott und unseren Nächsten zu lieben.
Die Bibelarbeit mit unseren Frauen heute morgen war klasse. Wir sind nur eine kleine Truppe, haben dafür aber mit Feuereifer Bibeltexte auseinander genommen und diskutiert.
Heute Nachmittag habe ich mir Zeit nehmen können, meinen Mann und meinen Hund auf ihrem täglichen Spaziergang zu begleiten. Eigentlich wollte ich gar nicht los, weil es schon den ganzen Tag regnet, aber als Hansen sagte, dass er trotzdem mit Jessie spazieren gehen wollte, habe ich mich doch aufgerafft. Wir drei sind ordentlich nass geworden, aber schön war's. Die Natur malt hier gerade in ihren wunderbarsten Farben. Leider hatte ich nur mein Handy, um Fotos zu machen. Die Qualität ist daher nicht so klasse, aber man bekommt einen Eindruck.


Donnerstag, 8. Oktober 2009
Kann mich nicht aufraffen ...
... an meiner Predigt weiter zu arbeiten. Irgendwie ist heute ein seltsamer Tag. Es fing damit an, dass Hansen und ich auf dem Weg nach Howell zum Pastorenfrühstück waren, und ich meinen Kollegen anrief, um ihm mitzuteilen, dass wir uns verspäten würden, weil wir im Stau steckten (Bauarbeiten auf dem Highway). Daraufhin teilte er mir mit, dass er gar nicht geplant hatte, zum Frühstück zu kommen, weil er dachte, wir hätten etwas anderes vor. Mein anderer Kollege ist zur Zeit in Urlaub, und so waren es dann nur Hansen und ich. Ja, mit der Kommunikation hakt es manchmal etwas. Jedenfalls konnten wir so noch bei Aldi einkaufen gehen.
Dann wollte ich mich an meine Predigt machen, und hatte mich auch schon durch ein paar Kommentarseiten gequält, aber irgendwie kann ich mich einfach nicht konzentrieren. Der Kommentar zu dem Text aus dem Markusevangelium, über den ich predigen will ist eigentlich ganz interessant. Ich hatte es mir auch richtig gemütlich gemacht auf meinem Futon im Arbeitszimmer, mit etwas netter Hintergrundmusik (eine alte "Tschibo"-CD: "Energie für den Tagesablauf") und brennenden Kerzen, aber es hilft offensichtlich nicht. Irgendwie ist da heute der Wurm drin. Eigentlich hatte ich schon eine Predigt zu einem anderen Thema angefangen, weil ich dachte, dass wir diesen Sonntag einen Heilungsgottesdienst veranstalten würden. Der ist aber erst eine Woche später, wie ich gestern Abend herausgefunden habe. Also: neuer Text, neue Predigt. Wenigstens ist mir schon ein Einstieg eingefallen: Der neue Film von Michael Moore bietet sich geradezu an. Der Predigttext handelt von einem reichen Mann, der Jesus fragt, wie er denn in den Himmel kommen kann. Jesus' Antwort: die Gebote befolgen und: er soll sein ganzes Hab und Gut verkaufen, und das Geld den Armen geben. Das mit dem Gebote befolgen ist für den reichen Mann noch ganz akzeptabel, aber mit dem zweiten Teil wird es da schon schwieriger. Da habe ich natürlich gleich an den Film "Capitalism" von Michael Moore gedacht, den Hansen und ich uns neulich im Kino angesehen haben. Ich habe den Trailer für den Film auch schon aus dem Internet heruntergeladen und konvertiert, so dass ich ihn in meine PowerPoint-Präsentation für den Gottesdienstablauf einbauen kann. Manchmal bin ich ganz froh, dass ich solche technischen Hilfsmittel hier zur Verfügung habe und verwenden kann. Predigten müssen ja nicht langweilig sein (Gott ist schließlich auch nicht langweilig). Aber es gibt trotzdem noch eine Menge zu tun, und ich habe leider überhaupt keine Lust, an der Predigt weiter zu schreiben.
Jetzt sitze ich stattdessen an meinen Schreibtisch und starre auf das Bild eines Segelbootes auf der Kieler Förde, das auf dem Sparkassenkalender zu sehen ist, den mir meine Eltern bei ihrem letzten Besuch mitgebracht haben.
Dieses hier:
Jaja, ich weiß: eigentlich dürfte ich das aus Kopierschutz-
gründen hier gar nicht reinstellen (auch wenn es nur abfotografiert ist). Ist mir aber gerade ziemlich egal. Hey, Sparkassenkalenderherausgeber: freut Euch, dass einer Eurer Kalender es ganz bis in die USA geschafft hat, und einer ausgewanderten Deutschen ein paar Erinnerungen an die alte Heimat beschert!
Meine Güte, es ist schon mehr als drei Jahre her, dass ich an der Kieler Förde war. Es ist schon mehr als drei Jahre her, dass ich überhaupt in Deutschland war - vor unserem Umzug nämlich. Nicht, dass wir nicht auf einen Besuch rüber gewollt hätten, aber die hohen Kosten und der knapp bemessene Jahresurlaub haben uns bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht. So, und bevor mich jetzt das Heimweh richtig packt, mache ich mich doch lieber wieder an meine Predigt, und setze mich mit dem Reich Gottes und dem Kapitalismus auseinander. Zumindest werde ich es versuchen.
Dann wollte ich mich an meine Predigt machen, und hatte mich auch schon durch ein paar Kommentarseiten gequält, aber irgendwie kann ich mich einfach nicht konzentrieren. Der Kommentar zu dem Text aus dem Markusevangelium, über den ich predigen will ist eigentlich ganz interessant. Ich hatte es mir auch richtig gemütlich gemacht auf meinem Futon im Arbeitszimmer, mit etwas netter Hintergrundmusik (eine alte "Tschibo"-CD: "Energie für den Tagesablauf") und brennenden Kerzen, aber es hilft offensichtlich nicht. Irgendwie ist da heute der Wurm drin. Eigentlich hatte ich schon eine Predigt zu einem anderen Thema angefangen, weil ich dachte, dass wir diesen Sonntag einen Heilungsgottesdienst veranstalten würden. Der ist aber erst eine Woche später, wie ich gestern Abend herausgefunden habe. Also: neuer Text, neue Predigt. Wenigstens ist mir schon ein Einstieg eingefallen: Der neue Film von Michael Moore bietet sich geradezu an. Der Predigttext handelt von einem reichen Mann, der Jesus fragt, wie er denn in den Himmel kommen kann. Jesus' Antwort: die Gebote befolgen und: er soll sein ganzes Hab und Gut verkaufen, und das Geld den Armen geben. Das mit dem Gebote befolgen ist für den reichen Mann noch ganz akzeptabel, aber mit dem zweiten Teil wird es da schon schwieriger. Da habe ich natürlich gleich an den Film "Capitalism" von Michael Moore gedacht, den Hansen und ich uns neulich im Kino angesehen haben. Ich habe den Trailer für den Film auch schon aus dem Internet heruntergeladen und konvertiert, so dass ich ihn in meine PowerPoint-Präsentation für den Gottesdienstablauf einbauen kann. Manchmal bin ich ganz froh, dass ich solche technischen Hilfsmittel hier zur Verfügung habe und verwenden kann. Predigten müssen ja nicht langweilig sein (Gott ist schließlich auch nicht langweilig). Aber es gibt trotzdem noch eine Menge zu tun, und ich habe leider überhaupt keine Lust, an der Predigt weiter zu schreiben.
Jetzt sitze ich stattdessen an meinen Schreibtisch und starre auf das Bild eines Segelbootes auf der Kieler Förde, das auf dem Sparkassenkalender zu sehen ist, den mir meine Eltern bei ihrem letzten Besuch mitgebracht haben.
Dieses hier:
Jaja, ich weiß: eigentlich dürfte ich das aus Kopierschutz-gründen hier gar nicht reinstellen (auch wenn es nur abfotografiert ist). Ist mir aber gerade ziemlich egal. Hey, Sparkassenkalenderherausgeber: freut Euch, dass einer Eurer Kalender es ganz bis in die USA geschafft hat, und einer ausgewanderten Deutschen ein paar Erinnerungen an die alte Heimat beschert!
Meine Güte, es ist schon mehr als drei Jahre her, dass ich an der Kieler Förde war. Es ist schon mehr als drei Jahre her, dass ich überhaupt in Deutschland war - vor unserem Umzug nämlich. Nicht, dass wir nicht auf einen Besuch rüber gewollt hätten, aber die hohen Kosten und der knapp bemessene Jahresurlaub haben uns bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht. So, und bevor mich jetzt das Heimweh richtig packt, mache ich mich doch lieber wieder an meine Predigt, und setze mich mit dem Reich Gottes und dem Kapitalismus auseinander. Zumindest werde ich es versuchen.
Montag, 5. Oktober 2009
Landpartie über Michigans "Daumen"
Es ist klasse, wenn unser Hochzeitstag auf meinen freien Tag fällt. Und so haben wir, nachdem wir ausgeschlafen hatten, uns auf einen Ausflug begeben. Zuerst ging es auf die US-23 in Richtung Norden. In Fenton haben wir eine kurze Frühstückspause eingelegt. Dann ging es weiter bis Flint, wo wir uns auf die Interstate 69 und in Richtung Osten begeben haben. Etwas oberhalb von Port Huron gibt es einen State Park, wo wir mit Jessie spazieren gegangen sind - verbotenerweise auch am Strand. So tierlieb, wie die Amerikaner sonst sind, in Wassernähe sind Tiere nicht erwünscht. Das Dumme ist, dass es aber nirgends Hundestrände gibt. Wir haben uns also eine abgelegene Ecke gesucht, wo uns niemand mit Hund am Strand sehen konnte. Jessie hatte viel Spaß, und wäre am liebsten auch baden gegangen. Vor den Wellen hatte sie allerdings ein bisschen Respekt.
Hansen und ich haben unser Glück versucht, und nach Petoskey Steinen Ausschau gehalten. Mit Erfolg. Petoskey Steine haben fossile Einlagerungen von Korallenskeletten. Eigentlich findet man sie in Petoskey und Umgebeung, was oben am Michigansee liegt. Daher auch der Name. Aber es gibt sie auch am Huronsee, wie man sieht, und sie sind "älter als die Dinosaurier" wie eine Kollegin einmal sagte.
Nach unserem Spaziergang haben wir noch ein paar Geschäfte in Port Huron unsicher gemacht und sind dann gemütlich quer über den "Daumen" wieder in Richtung Interstate gefahren. In Imlay City haben wir uns als krönenden Abschluss ein Porterhouse Steak zum Abschluss dieses wunderbaren Tages gegönnt, bevor es wieder nach Hause ging.
Hier ein paar Bilder.









Sonntag, 4. Oktober 2009
Football und Kapitalismus
So mag ich meinen Sonntag : morgens Gottesdienst, mittags essen gehen, und dann nachmittags auf dem Sofa liegen, Brownies (Schokoladenkuchen) essen und Football gucken. Da kann ich auch mit dem frühen Aufstehen leben. Ich konnte heute morgen sogar etwas länger schlafen (bis 6:00 Uhr), da ich schon eine ganze Menge für den Gottesdienst am Freitag vorbereitet hatte, und auch nicht nochmal durch eine Predigt gehen musste. Ein Mitarbeiter aus dem Kirchenamt hat uns heute zum einjährigen Geburtstag unseres zweiten Gemeindestandortes besucht und netterweise auch die Predigt übernommen. Naja, eigentlich ist der Geburtstag erst morgen (5. Oktober), aber so eng sehen wir das nicht. Danach gab es wie üblich Kaffee und Kuchen.Der Sonntag wäre perfekt, wenn die Detroit Lions auch noch gewonnen hätten. Aber nein, sie haben 21 zu 48 gegen die Chicago Bears verloren. Dabei sah am Anfang alles ganz gut aus. In der ersten Hälfte haben sie sich wirklich gut geschlagen und sind dann mit 21 zu 21 unentschieden in die Halbzeitpause gegangen. Das dritte und vierte Viertel waren dann aber eine Katastrophe. Da war es dann auch nicht so schlimm, dass ich zwischendurch auf dem Sofa eingenickt bin.
Letzten Sonntag HABEN die Lions gewonnen, aber erstens war ich krank und zweitens wurde das Spiel sowieso nicht im Fernsehen übertragen. So ein Ärger. Da gewinnen die Lions mal und ich kann mir das Spiel nicht ansehen.Eigentlich sollte man meinen, dass eine Stadt, in der die Arbeitslosenrate bei fast 29% liegt, wenigstens ein gutes Footballteam haben sollte. Aber nein. Die Detroit Lions sind die schlechteste Mannschaft in der NFL. Letzte Woche haben sie ihren ersten Sieg nach fast zwei Jahren eingefahren. In der letzten Saison haben sie es tatsächlich geschafft, JEDES Spiel zu verlieren. Naja, wenigstens sind sie diese Saison definitiv besser, da sie ja schon ein Spiel gewonnen haben. Ich werde jedenfalls weiter die Daumen drücken. Ein bisschen Lokalpatriotismus muss schließlich sein.
Ansonsten erhole ich mich von ein paar anstrengenden Tagen. Am Freitag hatte ich ein sehr langes und sehr heftiges Seelsorgegespräch. Ein Ehepaar, das ich im Sommer getraut habe hat massive Probleme (... auf die ich hier nicht weiter eingehen kann. Beichtgeheimnis. Aber Du kennst das ja schon, lieber Leser). Die beiden sind übrigens nicht die einzigen. Ein anderes Paar, das ich letztes Jahr getraut habe, hat sich auch schon drei Monate später wieder scheiden lassen. Wenn das so weiter geht, will sich bestimmt bald niemand mehr von mir trauen lassen. Man könnte hier den Eindruck gewinnen, dass meine Eheschließungen unter keinem guten Stern stehen. Oh je.
Am Freitag hatte ich wegen des Regens keinen Internetzugang und musste die "Web" - Arbeiten auf Samstag verschieben. Doch, doch: ich meine das ernst. Immer wenn es hier ordentlich regnet, werden die Leitungen nass, weil sie so schlecht verlegt sind, und dann fällt uns das Internet aus. Und das Telefon. Da sich innerhalb von zwei Tagen ordentlich E-mails ansammeln, hatte ich am Samstag doppelte Arbeit.
Hansen und ich haben dann aber doch noch Zeit gehabt, ins Kino zu gehen und uns den neuen Film von Michael Moore anzusehen: Capitalism - A Love Sory. Es ist schon faszinierend, was in der Politik so hinter den Kulissen passiert, von dem unsereiner nichts mitbekommt. Es gab da eine ganze Menge zu verdauen. Inzwischen haben wir auch eine ganz andere Perspektive, weil wir schon ein paar Jährchen in diesem Land leben. Ich erinnere mich noch daran, als wir uns, bevor wir in die USA umgezogen sind, den Film "Bowling for Columbine" (auch von Michael Moore) angesehen haben: Da schien das alles noch so weit weg zu sein. Die Waffengesetze, geschichtliche Hintergründe und viele andere Dinge waren für uns noch ganz exotisch. Jetzt gehört so etwas zu unserem Alltag. Wenn in "Capitalism" von verzweifelten Familien berichtet wird, deren Häuser zwangsgeräumt werden, dann kann ich ich das sehr gut nachempfinden, weil ich in meiner Gemeinde so etwas hautnah erlebe. Letztes Jahr im Herbst rief jemand im Kirchenbüro an und fragte, ob wir jemanden wüssten, wo betreffende Person mit Familie in einer Garage oder einem Schuppen fuer den Winter unterkommen könnte. Die Familie hatte ihr Haus verloren (plötzliche Arbeitslosigkeit, Kredit nicht mehr bezahlbar, Zwangsräumung) und lebte schon seit einiger Zeit auf der Straße. Tja, und dann stand der Winter vor der Tür. Und der wird hier in Michigan ziemlich kalt mit -20 Grad Celsius.
Unsere Sekretärin musste auch durch eine Zwangsräumung durch. Allerdings haben sie, ihr Mann und ihre kleinen Tochter etwas bezahlbares zur Miete gefunden.
In regelmäßigen Abständen bangen wir mit Freunden und Bekannten, wenn bei General Motors, Ford oder Chrysler mal wieder eine Entlassungswelle ansteht. Ja, die Zeiten in der Detroiter Ecke sind schon nicht leicht. Wie froh und dankbar bin ich doch, dass ich Arbeit habe (auch wenn zur Zeit nur einer von uns Geld verdient), ein Dach über dem Kopf, und etwas zu essen auf dem Tisch. Und es ist auch mal ein Kinobesuch drin oder ein Footballspiel im Fernsehen.
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Eigentlich zu müde ....
... um noch an meinem Blog weiterzuschreiben. Das Problem hatte ich gestern allerdings auch schon, und da ich dies hier nicht völlig vernachlässigen möchte, gibt es dann doch noch ein paar Zeilen.
Gestern morgen hat unsere Kirche das vorerst letzte Arbeitslosenfrühstück ausgerichtet. Das Frühstück geht weiter, aber nicht mehr bei uns, sondern in einem Café in South Lyon. Wir haben inzwischen eine Facebook- und eine Linkedin -Seite eingerichtet, auf der die sich die Arbeitsuchenden kurz vorztellen können. Es wäre ja klasse, wenn darüber der eine oder die andere Arbeit findet.
Da ich körperlich immer noch nicht wieder fit bin, hatte ich mich trotz 30 Minuten Fahrzeit entschlossen, über Mittag nach Hause zu fahren, und einen Mittagsschlaf zu machen.
Nachmittags ging es dann wieder zurück zu dem Treffen mit dem Bischof aus Tansania. Es war eine sehr nette Runde, und wir wurden ausgiebigst ausgefragt, wie bei uns denn Kirche so läuft. Wir waren natürlich auch neugierig zu hören, wie die Lutheraner in Tansania Mission betreiben.
Uns wurde erzählt, dass eine kleine Gruppe von Leuten loswandert, sich irgendwo in der Steppe einen Baum sucht, und unter diesem Baum anfängt, regelmäßig Gottesdienst zu feiern. Das Ganze findet unter einem Baum statt, weil Bäume natürlich vor der heißen Sonne schützen, aber auch, weil es sehr beliebte Rastplätze sind. Da die Menschen in Tansania viel zu Fuß unterwegs sind, suchen sie sich immer mal wieder einen Baum, unter dem sie Pause machen, etwas essen und trinken, und dann weiter ziehen. Die Kirche sorgt dann für das seelische und geistige Wohl: eine Pause vom Alltag und Nahrung für die Seele.
Zwischendurch habe ich dann immer mal wieder an der Vorbereitung unseres Führungstreffens heute gearbeitet, was allerdings ausgefallen ist, weil zu viele von uns krank sind. Hier geht irgendein Grippevirus um.
Heute morgen hatte ich ein sehr nettes Treffen mit ein paar meiner Kolleginnen aus der Landeskirche, was auch bei uns in South Lyon stattfand. Es war überhaupt klasse, dass diese Woche so viel bei uns los war. Es kamen immer mal wieder Leute einfach so auf ein Schwätzchen vorbeigeschneit. Heute kam die Besitzerin des Waschsalons vorbei, wo wir schon zweimal gewesen sind, um den Kunden das Wäschewaschen zu bezahlen. Sie war gerade in der Gegend, und hatte gesehen, dass jemand in der Kirche war, und kam herein, um mir mitzuteilen, dass ihre eigene Kirchengemeinde gerade für uns Geld sammelt (Vierteldollarmünzen für die Waschmaschinen, um genau zu sein), damit wir solch eine Aktion nochmal machen können. Wie klasse. Becky (so heißt die Besitzerin des Waschsalons) ist sowieso toll. Das erste Mal als wir im Waschsalon waren, war sie selbst nicht da, rief aber an, um zu fragen, wie es läuft, und ob wir bereit wären, so etwas nochmal zu tun. Wenn ja, dann würde sie das Waschmittel zur Verfügung stellen. Hat sie dann auch gemacht!
Da mein Treffen heute Abend ausfiel, hatte ich ungewohnterweise etwas freie Zeit und habe meinen Mann auf seinem täglichen Spaziergang mit unserem Hund begleitet. Das war ein strammer Marsch, und Jessie war kaum zu bändigen, weil im Wald ziemlich viele Streifenhörnchen unterwegs waren. Deshalb bin ich jetzt auch so müde. Hat aber seeeeehr gut getan! Eine Partie "Carcassonne" (das Brettspiel) war auch noch drin, bis mein Mann rüber in die Kirche zu seiner Supervision musste. Mein Mann hat sich hier in Amerika zum Laienseelsorger ausbilden lassen, "Stephen Minister" genannt. Die Stephen Minister, so es sie denn in einer Gemeinde gibt, nehmen der Pastorin / dem Pastor einiges an Seelsorgearbeit ab. Sie treffen sich regelmäßig mit Leuten, die gerade schwere Zeiten durchleben, krank sind, einsam sind, oder andere Probleme haben. Mein Mann betreut gerade einen älteren Herren, der demenzkrank ist und zudem noch ganz alleine lebt. Sie treffen sich alle zwei Wochen und besagter älterer Herr kann sich alles von der Seele reden. Es ist schon klasse, wenn man auf diese Weise helfen kann, und wenn die ganze Gemeinde mit anpackt!
Gestern morgen hat unsere Kirche das vorerst letzte Arbeitslosenfrühstück ausgerichtet. Das Frühstück geht weiter, aber nicht mehr bei uns, sondern in einem Café in South Lyon. Wir haben inzwischen eine Facebook- und eine Linkedin -Seite eingerichtet, auf der die sich die Arbeitsuchenden kurz vorztellen können. Es wäre ja klasse, wenn darüber der eine oder die andere Arbeit findet.
Da ich körperlich immer noch nicht wieder fit bin, hatte ich mich trotz 30 Minuten Fahrzeit entschlossen, über Mittag nach Hause zu fahren, und einen Mittagsschlaf zu machen.
Nachmittags ging es dann wieder zurück zu dem Treffen mit dem Bischof aus Tansania. Es war eine sehr nette Runde, und wir wurden ausgiebigst ausgefragt, wie bei uns denn Kirche so läuft. Wir waren natürlich auch neugierig zu hören, wie die Lutheraner in Tansania Mission betreiben.Uns wurde erzählt, dass eine kleine Gruppe von Leuten loswandert, sich irgendwo in der Steppe einen Baum sucht, und unter diesem Baum anfängt, regelmäßig Gottesdienst zu feiern. Das Ganze findet unter einem Baum statt, weil Bäume natürlich vor der heißen Sonne schützen, aber auch, weil es sehr beliebte Rastplätze sind. Da die Menschen in Tansania viel zu Fuß unterwegs sind, suchen sie sich immer mal wieder einen Baum, unter dem sie Pause machen, etwas essen und trinken, und dann weiter ziehen. Die Kirche sorgt dann für das seelische und geistige Wohl: eine Pause vom Alltag und Nahrung für die Seele.
Zwischendurch habe ich dann immer mal wieder an der Vorbereitung unseres Führungstreffens heute gearbeitet, was allerdings ausgefallen ist, weil zu viele von uns krank sind. Hier geht irgendein Grippevirus um.
Heute morgen hatte ich ein sehr nettes Treffen mit ein paar meiner Kolleginnen aus der Landeskirche, was auch bei uns in South Lyon stattfand. Es war überhaupt klasse, dass diese Woche so viel bei uns los war. Es kamen immer mal wieder Leute einfach so auf ein Schwätzchen vorbeigeschneit. Heute kam die Besitzerin des Waschsalons vorbei, wo wir schon zweimal gewesen sind, um den Kunden das Wäschewaschen zu bezahlen. Sie war gerade in der Gegend, und hatte gesehen, dass jemand in der Kirche war, und kam herein, um mir mitzuteilen, dass ihre eigene Kirchengemeinde gerade für uns Geld sammelt (Vierteldollarmünzen für die Waschmaschinen, um genau zu sein), damit wir solch eine Aktion nochmal machen können. Wie klasse. Becky (so heißt die Besitzerin des Waschsalons) ist sowieso toll. Das erste Mal als wir im Waschsalon waren, war sie selbst nicht da, rief aber an, um zu fragen, wie es läuft, und ob wir bereit wären, so etwas nochmal zu tun. Wenn ja, dann würde sie das Waschmittel zur Verfügung stellen. Hat sie dann auch gemacht!
Da mein Treffen heute Abend ausfiel, hatte ich ungewohnterweise etwas freie Zeit und habe meinen Mann auf seinem täglichen Spaziergang mit unserem Hund begleitet. Das war ein strammer Marsch, und Jessie war kaum zu bändigen, weil im Wald ziemlich viele Streifenhörnchen unterwegs waren. Deshalb bin ich jetzt auch so müde. Hat aber seeeeehr gut getan! Eine Partie "Carcassonne" (das Brettspiel) war auch noch drin, bis mein Mann rüber in die Kirche zu seiner Supervision musste. Mein Mann hat sich hier in Amerika zum Laienseelsorger ausbilden lassen, "Stephen Minister" genannt. Die Stephen Minister, so es sie denn in einer Gemeinde gibt, nehmen der Pastorin / dem Pastor einiges an Seelsorgearbeit ab. Sie treffen sich regelmäßig mit Leuten, die gerade schwere Zeiten durchleben, krank sind, einsam sind, oder andere Probleme haben. Mein Mann betreut gerade einen älteren Herren, der demenzkrank ist und zudem noch ganz alleine lebt. Sie treffen sich alle zwei Wochen und besagter älterer Herr kann sich alles von der Seele reden. Es ist schon klasse, wenn man auf diese Weise helfen kann, und wenn die ganze Gemeinde mit anpackt!
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